Online-Seminar
WEB IT:Hunger nach immer mehr? Vom guten Leben in und mit Grenzen
Unsere Gegenwart ist stark geprägt vom Leitbild ständiger Steigerung:
höher, schneller, weiter. Grenzen erscheinen häufig als Hindernisse,
die es zu überwinden gilt. In Wissenschaft, Medizin und Technik haben solche
Grenzüberschreitungen viel Gutes ermöglicht und unser Leben bereichert.
Doch was geschieht, wenn aus dem berechtigten Streben nach Verbesserung
ein unbegrenztes Verlangen – ein Hunger – nach immer mehr wird?
Der Wunsch, die Grenzen des menschlich Machbaren immer weiter zu verschieben,
die Welt nach unseren Vorstellungen verfügbar zu machen und die Begrenzungen
menschlicher Existenz zu überwinden, zeigt eine tiefe Sehnsucht nach Unbegrenztheit.
Aus theologisch-ethischer Perspektive stellt sich daher die Frage:
Sind Grenzen nur Einschränkungen, die es möglichst zu überwinden gilt?
Oder gehören sie wesentlich zum Menschsein und eröffnen sogar Wege zu einem
verantwortungsvollen und erfüllten Leben?
Gerade im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung lädt der Vortrag dazu ein,
neu über Fortschritt, Wachstum und ein gutes Leben nachzudenken.
Vielleicht liegt die Herausforderung nicht darin, alle Grenzen hinter uns zu lassen, sondern darin,
in und mit Grenzen leben zu lernen.
Referent:
Stefan Huber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theologische Ethik
des Instituts für Katholische Theologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.