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Referendarinnen und Referendare am Gymnasium erhielten die Missio Canonica:Blick für die Möglichkeiten bewahren

Erzbischof Herwig Gössl und Mitarbeitende der Hauptabteilung Schule freuten sich mit den Referendarinnen und Referendaren (vorne) über die Missio Canonica.
Datum:
Veröffentlicht: 30.1.26
Von:
Julia Postler

Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl hat fünf Referendarinnen und Referendaren des religionspädagogischen Seminars am Bamberger Dientzenhofer Gymnasium die Missio Canonica erteilt, die kirchliche Erlaubnis Religion zu unterrichten. Im Rahmen eines Gottesdienstes überreichte er vier von ihnen ihre Urkunden. Er ermunterte sie, auch wenn es heute nicht immer leicht sei, im Unterricht den Glauben zu vermitteln. Dies sei „eine anstrengende, aber auch lohnende, ja eine alle Anstrengung lohnende Aufgabe.“

So wie sich das Leben zwischen den Polen Realismus und Idealismus bewege, so prägten diese Pole auch das Unterrichten, sagte Gössl. Sich einen Blick für die Möglichkeiten zu bewahren, sei es in Bezug auf die eigene Zeit- und Unterrichtsplanung, aber auch im Blick auf die Schülerinnen und Schüler und deren Grenzen, helfe dabei, Ruhe und Geduld zu bewahren und schütze auch vor seelischer Überforderung. Jedoch müssten Lehrer auch Idealisten sein. Ihre Aufgabe sei es, in den jungen Menschen Potentiale zu entdecken, und ihnen Wege ins Leben nahezubringen, auch wenn dies von Misserfolgen begleitet sein könne. Der Einfluss sozialer Netzwerke auf das Verhalten der Schüler spiele in dem Zusammenhang oft eine ungute Rolle. Gott gebe die Menschen nicht auf, sagte der Erzbischof. Dies müsse auch immer wieder im Religionsunterricht zur Sprache gebracht werden.

Am Gottesdienst nahm auch erstmals der neue Leiter der Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht im Erzbischöflichen Ordinariat, Alexander Pfister, teil. Er hieß die neuen Religionslehrerinnen und -lehrer willkommen in der „Gemeinschaft der Lehrer, die das Evangelium in die Klassenzimmer tragen“ und dankte dafür, dass sie sich bereit erklärten, junge Menschen zu begleiten. Die Aufgabe der Lehrkräfte sei es, Räume zu schaffen, Räume für Fragen, Zweifel und für Entdeckungen. Im Klassenzimmer sei es wichtig, authentisch zu bleiben und den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe zu begegnen. Und er wünschte den Lehrkräften: „Gehen Sie Ihren Weg mit Freude und mit Gottvertrauen.“ Der Gottesdienst war unter das Thema „Ich aber will hinausgehen“, eine Aussage aus dem Buch Samuel gestellt.

Im Gottesdienst bekundeten die Referendarinnen und Referendare ihre Bereitschaft, die Frohe Botschaft in der Schule zu verkünden und den Schülern damit eine Wegbegleitung anzubieten, damit diese ihre eigenen Wege finden und gehen können. Zugleich bekundeten sie, auch selbst ein Zeugnis christlichen Lebens zu geben.

Die Kollekte des Gottesdienstes war für den „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) bestimmt. Das Projekt will schwerkranken Menschen am Ende ihres Lebens ermöglichen, unter medizinischer Begleitung noch einmal einen „Lieblingsort“ aufzusuchen.

Musikalisch gestalteten Joachim Herold und Stefan Krämer die Sendungsfeier.

von Christiane Dillig